BANZAI!!! Red Orchestra 2 – Rising Storm im Test

Posted on Mai 30 2013 - 5:04pm by Flo

Am heutigen Tag ist die erste Erweiterung für Red Orchestra 2 erschienen. Das Addon verschiebt das Szenario von den eisigen Weiten Russlands in den sonnigen Pazifik, doch auch dort ist die Hölle los. Statt Sowjets und Nazis hauen sich nun Amerikaner und Japaner gegenseitig die Köpfe ein, ob der Pazifik Shooter überzeugen kann, lest ihr hier.

Zuerst einmal sei gesagt juhu wieder ein Zweiter Weltkriegs-Shooter, aber zumindest ist das Szenario noch relativ unverbraucht. Jeder gute Shooter legt auf eine Sache enorm viel wert, Balance. Wenn die Balance der Waffen oder der Fraktionen nicht stimmt, verlieren die Spieler schnell die Lust und das Spiel stirbt enorm schnell.

 

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Nicht so in Rising Storm, historisch akkurat wie man das von Tripwire Interactive erwarten kann, treffen hier mit halb- und vollautomatischen Waffen bewaffnete US-Soldaten, auf eine traditionsbewusste kaiserliche japanische Armee, die kaum über automatische Waffen verfügt (Ausnahmen sind die Offiziere und die MG-Schützen). Hört sich komplett unfair an? Ist es aber überraschenderweise nicht, die auf den ersten Blick weit unterlegenen Japaner haben andere Arten der Kriegsführung entwickelt um die Balance zurück ins Spiel zu bringen.

 

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So kann man als Japaner beispielsweise Granaten als Sprengfallen einsetzen, oder den Feind mit selbstmörderischen Banzai-Angriffen zur Verzweiflung treiben. Der Banzai Angriff wird in der Regel von einem Offizier angeführt, der mit seinem Katana (japanisches Schwert), gefolgt von einigen mit Bajonetten bewaffneten Soldaten auf den Feind zustürmt. Dieser Banzai Angriff verursacht Panik unter den feindlichen Truppen und hat ähnliche Auswirkungen wie ein direkter Artillerieschlag, der Feind schießt und bewegt sich langsamer und alles ist Schwarz-Weiß.

 

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Die US-Soldaten halten gegen diese „besondere“ Art der Kriegsführung unter anderem mit einem Flammenwerfer dagegen, diese brutale Waffe vernichtet alles was vor ihm liegt, egal welcher Bewaffnung. Wie sich aus den ersten Zeilen vielleicht schon abzeichnet wird in Rising Strom hauptsächlich auf den Infanterieeinsatz Mann gegen Mann gesetzt, Panzer oder große offene Schlachtfelder wie beim Vorgänger Red Orchestra 2 – Heroes of Stalingrad sucht man im Pazifik-Shooter vergebens.

 

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Karten in denen man Haus für Haus, Stockwerk für Stockwerk (alla Grain Elevator) erobern muss gibt es in Rising Storm ebenfalls nicht, bestenfalls ein paar Bunker oder einige Bambushütten. Doch für derartige Gebäude ist im dichten Dschungel auch kein Platz. Gekämpft wird im dichten Wald, zwischen Palmen, Gestrüpp und sonstiger Vegetation. Dieses Kampfgebiet führt zu absurden Situationen, beispielsweise stehen sie Schulter an Schulter mit dem Feind im Gebüsch, ohne dass einer den anderen sehen kann.

 

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Gekämpft wird auf etlichen historischen Schlachtfeldern wie Guad-Canal oder Iwo Jima. Die Karten werden nicht nur durch historische Genauigkeit, sondern auch durch extrem atmosphärische Akustik in Szene gesetzt. Das Geschrei der Soldaten, gepaart mit gelungenen Umgebungsgeräuschen und einer genialen musikalischen Inszenierung machen aus dem Spiel Rising Storm eine Neuauflage des Krieges im Pazifik.

Grafisch glänzt Rising Storm leider nicht so wirklich. Vieles wirkt veraltet, jedoch gibt es auch Lichtblicke. Manche Lichteffekte oder Artillerieeinschläge sehen auch trotz der veralteten Unreal 3 Engine richtig gut aus. Waffen gibt es auch zu Hauf, ähnlich wie in Red Orchestra kann man durch Erfahrungspunkte sogar noch Updates für die Gewehre freischalten.

 

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Alles in allem ist Red Orchestra 2 – Rising Storm ein solides Addon, das nicht nur spielerisch, sondern auch preislich komplett überzeugen kann. Normalerweise kostet das Spiel 17,99€ momentan gibt es auf Steam sogar noch mal 40% Rabatt. Auch wenn die Grafik veraltet wirkt ist der Pazifik-Shooter ein richtig guter FPS geworden. Viel Spaß für kleines Geld. Ein Muss für jeden Freund von taktischen Ballereien.

 

 

Tobias Paxian