Rocketbirds: Hardboiled Chicken im Test

Posted on Nov 25 2011 - 9:53am by Ranjit

Ist der Action Titel  der Hahn im PSN-Korb, oder doch nur ein faules Ei? Hier kommt der Test hineingeflattert.

Ein düsteres Militärregime, stupide Propagandaplakate und viel Blei in der Luft; klingt vorerst wie ein weiterer 08/15 WWII-Shooter, wie wir sie schon haufenweise gesehen haben. Doch ein wichtiges Detail macht hier den großen Unterschied, denn unser Widersacher und Diktator Putzki ist kein skrupelloser, brutaler Mann, sonder ein skrupelloser und brutaler Pinguin!? Die Frack Träger sind tierisch mies gelaunt und wollen allen anderen Vogelarten an den Kragen. Liegt es an der Tatsache, dass Pinguine nicht fliegen können? Wer weiß? Doch zum fragen bleibt keine Zeit, denn Amsel, Fink und Star und der Rest der Vogelschar befindet sich schon in Kriegsgefangenschaft oder wird weltweit von Putzki’s Regime geknechtet.

 

 

Doch ein Hähnchen, erwacht aus der Trance der Pinguin’schen Hirnwäsche, widersetzt sich den flugunfähigen Unterdrückern. Als gefiederter John Rambo-Verschnitt schleicht ihr euch meist in Militärkomplexe um diese von Pinguinen zu säubern. Doch mit den bloßen Flügeln könnte dies schwer werden, daher findet euer Protagonist auf seinem Weg neben Pistole, MG und Schrotflinte auch Granaten und „Gehirnkäfer“. Letztere erlauben es euch in die Haut eines feindlichen Pinguin zu schlüpfen um unbemerkt an  Gegnern vorbei zu schleichen, sie nieder zuschießen oder um das weitere Level zu erkunden. Hat eure Marionette seine Arbeit erledigt, wird sie einfach per Knopfdruck in die Luft gejagt.

Die Schießereien sind spaßig, zwar nicht all zu anspruchsvoll, erfordern jedoch eine Priese Geschicklichkeit und Taktik. Sind die Pinguine überlegen, sollte gut überlegt sein in welcher Reihenfolge eure Gegner abtreten müssen. Sollten euch Feinde mit Schilden begegnen, müssen diese eben auch von hinten attackiert werden. Neben den bleihaltigen Gefechten müssen Schlüsselkarten in verschiedenen Farben aufgesammelt werden, um entsprechende Sicherheitspforten zu öffnen und im Level fortschreiten zu können. Ab und an stehen euch einige gefiederte Gefährten zur Seite, den Großteil müsst aber trotzdem ihr verrichten.

 

 

So spaßig das Geballere in den engen Gängen auch ist, mit der Zeit wird es etwas monoton. Darum haben die Entwickler nette Flugsequenzen eingelegt, welche dem Spiel eigentlich auch den Namen „Rocketbirds“ verleihen. Mit einem Jetpack um die straffe Hühnerbrust geschnallt jagt ihr hoch über der Erde durch die Wolken. Aus mit Putzki’s Fratze gespickten Zeppelinen rasen euch natürlich auch Feinde entgegen. Fliegende Pinguine..Sachen gibt’s. In Dogfight-ähnlichen Kämpfen müsst ihr die Gegnerwellen bewältigen um abschließend die Flugschiffe zu infiltrieren und auf rabiate Weise vom Himmel zu holen.

 

 

Was nun alles so ernst klingt, wird mit einer wunderbaren Art Humor gespickt, so lässt es  Rocketbirds im positiven Sinne wirken  wie eine Mischung aus den besten B-Movies der vergangenen 20 Jahre. Die Sprüche werden euch mit Sicherheit schmunzeln lassen und auch die Geschichte wird in netten Zwischensequenzen erzählt, welche mich, mit rockigen Tracks der Indie-Band „New World Revolution“ unterlegt, einfach mitgerissen haben. Aber auch die Grafik des Spiels selbst ist schön anzusehen und mit netten Effekten bestickt und wer einen 3D-TV besitzt darf sich auch in der dritten Dimension durch die Gegnerhorden kämpfen. Wer als feiges Huhn nicht alleine Putzki’s Regime stoppen will, kann sich einen Mitstreiter an ein zweites Pad holen und schon könnt ihr im Co-op Modus als Zwei-Mann-Armee für die Freiheit kämpfen.

 

Fazit

Nach 5-6 Stunden Spielzeit ist der Kampf vorbei, was für ein PSN-Spiel meines Erachtens vollkommen in Ordnung ist. Die Schießereien sind blutig und machen Spaß, hauen mich aber auch nicht vom Hocker. Was Rocketbirds: Hardboiled Chicken jedoch ausmacht ist der Stil, der Humor und auch zu zweit brachte mir der Titel um einiges mehr Spaß. Entwickler Ratloops Asia hat hier ein schönes und vor allem einzigartiges PSN Game abgeliefert und die Portierung vom Flashgame zur PS3 ist vollends gelungen. Die knappen 10 € sind auf jeden Fall gut investiert, zumindest solange man keine extreme Abneigung zu Sidecrollern hat. Ab 16 Jahren ist Rocketbirds freigegeben, kostet 9,99€ und kann im PSN-Store exklusiv für die Playstation 3 heruntergeladen werden.

 

Wertung: 80%

Tobias Paxian

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