Indie-Ecke, heute: Kerbal Space Program

Posted on Nov 18 2011 - 9:13am by Erzengel

Minecraft ist fertig, Entwickler Notch hat den Programmiererhimmel erreicht. Doch da draußen gibt es noch Dutzende weitere Indiespiele, die alle hoffen, das nächste Minecraft zu werden. Die Indie-Ecke soll euch jede Woche eines vorstellen.

Kerbal Space Program erweckt eine Zeit wieder zum Leben, als man in der Raumfahrt noch jede zweite Woche Geschichte schrieb. Als man in der Sowjetunion und in den USA noch echte Männer (in der Sowjetunion auch echte Frauen) auf mehr oder weniger ausgereifte Raketen setzte und sie einfach gen Himmel schoss. Anders als in der Realität aber steht euch beim Kerbal Space Program kein Heer von hochgebildeten Top-Ingenieuren zur Seite. Die Resultate sind meist entsprechend.

 

 

Das Spiel befindet sich zur Zeit noch in der Alpha-Phase, hat aber vor kurzem einen Meilenstein erreicht: War es vorher nur möglich, den Planeten Kerbin zu umkreisen (wenn nichts  schiefging), kann man jetzt auch eine Mission zum Mun schicken, dem Mond des Planeten. Ziel ist es dabei, um John F. Kennedy zu zitieren, einen Kerbalnauten auf den Mun und sicher wieder zurück zu bringen. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass der zweite Teil oft das größere Problem ist.

Um die drei tapferen (und/oder lebensmüden) Kerbalnauten in die Umlaufbahn zu schicken, stellt ihr einem einfachen drag&drop editor eine Rakete aus vorgefertigten Bauteilen zusammen. Sollte diese dann nicht bereits auf der Startplattform explodieren, steuert ihr sie dann mit dem Keyboard ins Weltall, wobei euch ein Autopilot zur Seite steht, der die Rakete so einigermaßen gerade hält. Rückschläge sind dabei an der Tagesordnung, wobei man aber nach einigen Versuchen den Dreh raus hat (bei manchen Raketen buchstäblich) und sich den Versuchen widmen kann, einen stabilen Orbit zu erreichen. Von dort kann man dann, mit einer größeren Rakete, versuchen den Mun zu erreichen und dort zu landen.

 

 

Anders als vielleicht zu erwarten müsst ihr keine Mathefreaks sein, um mit KSP Spaß zu haben – im Gegenteil. Kerbal Space Program macht am meisten Spaß, wenn man feststellt das die neue Rakete eine gewisse Instabilität hat und sich regelmäßig in den Boden bohrt, im Flug Teile verliert, oder wenn man endlich einen Orbit geschafft hat und feststellt, dass man den Fallschirm für die Kommandokapsel vergessen hat. Wieder drei tote Helden für die Wissenschaft.

In Zukunft möchten die Entwickler das Spiel noch deutlich ausbauen, bis ihr ein komplettes Raumfahrtprogramm managed – von der Rekrutierung des Personals (auch als Frischfleisch bekannt) über die Konstruktion von Raumstationen bis zur Erkundung fremder Planeten. Bis dahin werden aber wohl noch viele Kerbalnauten ihren Beitrag zum Fortschritt leisten, indem sie schreiend auf einer mit hochexplosivem Treibstoff betankten Rakete sitzen, die wild durch die Gegend eiert.

Die offizielle Seite mit dem kostenlosen Download der Alpha findet ihr hier.

Tobias Paxian