Unity of Command im Kurztest: Warum gibt es in Russland eigentlich keine Tankstellen?

Posted on Nov 15 2011 - 2:57pm by Erzengel
naruto

Wargames sind nicht unbedingt jedermans Sache. Das hat eine ganze Reihe von Gründen: die komplizierte Materie – immerhin sind diese Spiele an die Manöver angelehnt, mit denen Offiziere den Kriegsfall proben – die mittelmäßige Grafik, der langsame Spielfluss und nicht zuletzt die meist grauenhaften Benutzeroberflächen. Letztere machen die Bewertung der strategischen Lage, Kern jedes Strategiespieles, unheimlich kompliziert.

Die Entwickler von Unity of Command haben da einen eigenen Weg gefunden. Statt der im Genre üblichen NATO-Kartensymbolen gibt es Figuren, die auf den ersten Blick zeigen, ob man es mit einer Infanterie-, Kavallerie- oder Panzerdivision zu tun hat. Auch die sonst übliche, verwinkelte Nachschubführung entfällt und erfolgt automatisch. Statt dessen haben sich die Entwickler vor allem auf die KI konzentriert – mit umwerfenden Erfolg. Unity of Command hat ohne Zweifel eine der besten KIs im Genre, die mich schon in der Beta so manchen Nerv gekostet hat.

 

 

Entscheidend für den Erfolg in Unity of Command sind nämlich die Nachschubrouten, und die KI ist geradezu meisterhaft darin, diese zu unterbrechen, während sie ihre eigenen schützt. Mehr als einmal brach eine Offensive von mir nur wenige Kilometer vor dem Ziel zusammen, weil der Gegner in der Zwischenzeit den Nachschub abgeschnitten hatte. Umso erschreckender, dass die KI dafür nicht einmal mit besonderen Boni kämpft – auch dies sonst in diesem Genre völlig normal. Die Vereinfachung des Interfaces und die Verschlankung des Spielflusses im Vergleich zu üblichen Wargames scheint es auch der KI ermöglicht zu haben, mit einem menschlichen Spieler auf gleicher Stufe zu spielen.

Schließlich und endlich hat Entwickler 2×2 Games auch noch mit dem letzten, heiligen Gebot der Wargame-Branche gebrochen: „Du sollst deine Spiele nicht zu vernünftigen Preisen anbieten!“. Üblicherweise legt man für ein Spiel diesen Genres um die 70 € auf den Tisch. Unity of Command ist dagegen schon für knapp 30 zu haben. Wer also schon immer einmal in die Welt der Hardcore-Strategie einsteigen wollte, aber bis jetzt immer von Komplexität und Preis abgeschreckt wurde, sollte sich Unity of Command unbedingt näher anschauen.

 

 

 

 

 

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Tobias Paxian

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