Battlefield 3: Review zum Ende der Beta

Posted on Okt 10 2011 - 7:04pm by Erzengel

Seit heute Mittag 12 Uhr ist die offene Battlefield 3 Beta beendet. Fast zwei Wochen lang konnten sich die Fans auf den Maps Operation Metro und Caspian Border einen Eindruck vom kommenden Shooter verschaffen. An dieser Stelle mein eigener.

Fangen wir mit dem Anfang an. Während die Server des Altersverifikationssystems am 27. September völlig überraschend unter dem Ansturm zusammengebrochen waren, hatte ich die Zeit die Beta auf der PS3 anzuspielen – bekanntlich haben in Deutschland ja nur Erwachsene Konsolen. Als ich dann am frühen Abend endlich die Beta auf dem PC spielen konnte, war ich ziemlich baff – grafisch trennen die beiden Systeme Welten. Und dabei ist mein Rechner noch nicht einmal besonders leistungsstark. Die Beta lief trotzdem ziemlich flüssig, lediglich in der letzten Stufe von Operation Metro ging die Framerate in den Keller. Caspian Border, obwohl umfangreicher, lief flüssig. Die fertige Version dürfte noch um einiges besser laufen, schließlich ist der Quellcode der Beta schon einige Wochen alt, und die Optimierung der Performance wird meist erst zum Schluss der Entwicklung vorgenommen.

 

 

Das Alter des Quellcodes macht es wohl auch überflüssig auf die vielen Bugs einzugehen, mit denen die Beta noch geplagt war. Ob diese für den Release gefixt sind, wie DICE es versprochen hat, wird man Ende Oktober sehen. Auch die vielen Hacks und Cheats sind wohl dem Umstand geschuldet, dass Punkbuster auf den Betaservern noch nicht aktiviert war. Insofern ist es fast positiv zu werten, dass die Aimbots bereits jetzt aufgetaucht sind und entsprechend analysiert werden können – und damit hoffentlich bei Release unwirksam geamcht worden sind.

Gameplaymäßig wurde die Beta klar von der Infanterie dominiert, schließlich hatten wir für die ersten anderthalb Wochen (offiziell) nur die Operation Metro Server. Im großen und Ganzen ist das Gameplay sehr solide und macht Spaß. Allerdings sind die Waffen für meinen Geschmack fast ein wenig zu stark – man stirbt sehr schnell. Zum Teil ist das wohl auf einen Bug zurückzuführen, wegen dem man doppelten Schaden nimmt, wenn man sich bewegt. Der soll aber in der Releaseversion gefixt sein. Ansonsten gilt: Deckung ist der beste Freund. Statt auf dem freien Feld herumzustehen kriecht man besser durch die Büsche. Dazu kommt das Unterdrückungssystem – wenn man beschossen wird, verschwimmt das Bild. Das ist dann meistens das Zeichen, sich schleunigst einen anderen Ort zum campen (Entschuldigung: Scharfschützenunterstützung geben) zu suchen.

Letztes Wochenende konnten wir dann endlich auch Fahr- und Flugzeuge auf der Map Caspian Border testen.  Alten Battlefield 2 Veteranen wie mir ist dabei vor allem der Eindruck entstanden, dass die Fahrzeuge etwas schwach auf der Brust sind. Vor allem Panzer sterben ziemlich schnell. Bereits nach 1-2 Treffern sind sie lahmgelegt und müssen repariert werden – unter Beschuss, versteht sich, denn lahmgelegte Fahrzeuge bewegen sich ausgesprochen langsam und können nicht einmal mehr Deckung suchen. Als Pilot eines Jets oder eines Hubschraubers ist es noch schlimmer, denn bereits eine einzige Rakete zieht gut 40% der HP ab – und ab 50% kann man sein Fluggerät kaum mehr steuern und stürzt meistens ziemlich unspektakulär ab. Der Sinn dahinter ist etwas rätselhaft. Bei Landfahrzeugen mag es noch angehen, dass diese von einem Engineer repariert werden, aber um mit einem angeschossenen Helikopter eine Notlandung hinzulegen, braucht es eine fliegerische Glanzleistung. Effektiv bedeutet es, dass Flugzeuge nur ungefähr die Hälfte ihres angezeigten Lebens haben. Gerade Hubschrauber sind ausgesprochen zerbrechlich. Eventuell wird aber hier das Unlocksystem Abhilfe schaffen, dass Piloten mittels Feuerlöschern ermöglicht, ihr Fluggerät wieder in einen flugtauglichen Zustand zu versetzen.

Bis man diese Fähigkeit freigeschaltet hat, muss man aber Dreck fressen. Für neue Piloten oder Panzerfahrer könnte es nach einigen Monaten ziemlich frustrierend werden, schließlich müssten sie gegen Gegner bestehen, die bereits eine ganze Reihe von Fähigkeiten freigeschaltet haben und daher deutlich effektiver sind.

Dennoch wäre es falsch zu sagen, dass die Beta keinen Spaß gemacht hätte. Sonst hätte ich sicherlich nicht Stunden und Stunden auf immer der gleichen Map zugebracht. Selbst mit der sehr beschränkten Auswahl an Maps und Spielmodi – in der Vollversion geht jeder Modus auf jeder Map – hat Battlefield 3 enormen Spaß gemacht. Zumindest bei der Infanterie motiviert das Unlocksystem ungemein, schließlich bekommt man zu Beginn fast in jeder Runde neues Spielzeug – neue Waffen, neue Spezialisierungen oder neue Optiken. Die Grafik und Akustik im Spiel zählen zu den besten auf dem Markt und sorgen für eine großartige Atmosphäre. Sich auf Metro durch die Tunnel zu arbeiten, während links und rechts Maschinengewehrfeuer hämmert, oder auf Caspian Border das angestrengte Atmen des Piloten im engen Kurvenkampf in einem Jet zu hören setzt für mich neue Maßstäbe, was Atmosphäre angeht. Battlefield 3 ist für mich in jeder Hinsicht  ein würdiger Nachfolger von Battlefield 2.

 

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Tobias Paxian