Driver San Francisco im Test

Posted on Sep 29 2011 - 8:55am by Marc Surlemont

Copjäger und Transporteure aufgepasst! Driver San Francisco ist das Comeback der Driver Serie. Mit einer unkonventionellen Story und dem neuartigen Shiftmodus will Ubisoft der Serie endlich wieder frischen Wind verleihen. Ob Ubisoft das gelungen ist oder ob Driver San Francisco die Serie endgültig gegen die Wand fährt, erfahrt ihr hier…

 

„John, wach auf!“

Zu Beginn des Spiels, verfolgt Protagonist Detektive John Tanner den Schwerverbrecher Charles Jericho bei dessen Ausbruchversuch. Dabei wird Tanner in einen Unfall verwickelt und schwer verletzt, wodurch er ins Koma fällt. Damit fängt die Story von Driver San Francisco aber erst an. Von dort an Spielt der Spieler den Komatraum von Tanner, der sich als sehr Realitätsnah herausstellt. Natürlich weiß Tanner nicht dass er in einem Komatraum steckt, geschweige denn dass überhaupt im Koma liegt. In seiner eigen Version von San Francisco macht Tanner weiterhin Jagt auf Jericho.

 

 

Aber die Story ist nicht das Brisanteste an Driver San Francisco. In seinem Komatraum besitzt Tanner eine durchaus nützliche neue Fähigkeit, das Shiften. Indem Tanner seinen Geist auf Wanderschaft schickt, kann er in den Körper des Fahrers jedes beliebigen Autos in San Francisco springen und dessen Kontrolle übernehmen. Dadurch eröffnen sich Tanner völlig neue Möglichkeiten bei der Verbrechensbekämpfung. Zum Beispiel kann er in einer Verfolgungsjagt einfach in den Gegenverkehr shiften und jedes beliebige Fahrzeug gegen den Verfolgten steuern. Bei Straßenrennen kann er den Fahrern hinter oder vor sich den Weg versperren, indem er einen Truck mit Anhänger oder einen Bus plötzlich quer lenkt und so die Straße versperrt. Manchmal ist es aber auch von Nöten in den Gegenverkehr zu Shiften und ein Fahrzeug einfach gegen das des zu Verfolgenden zu steuern.

Aber Obacht! Die Zeit steht nicht still wenn Tanner seinen Körper verlässt, sie wird lediglich verlangsamt. Und wenn Tanner nicht am Steuer sitzt, übernimmt die KI für ihn das Fahren und die hat natürlich bei weitem nicht so viel drauf wie er.

 

„Netter Powerslide…“ „Das heißt Driften!“

Neben- und Hauptmissionen erreicht ihr in Driver San Francisco auch nur über das Shiften. Shiftet der Spieler aus einem Fahrzeug heraus, schwebt er darüber hinweg und landet so auf einer Übersicht der Stadt die man durchaus auch als Karte bezeichnen kann. Auf der Karte kann der Spieler dann ein neues Fahrzeug oder eine Mission auswählen. Um eine Mission zu wählen Shiftet ihr einfach in ein bestimmtes Fahrzeug hinein und übernimmt die Rolle des Fahrers. Das kann zu einer wilden Verfolgungsjagt in der Rolle eines Polizeianfängers führen oder euch in ein Straßenrennen verwickeln in dem ihr als Student das Geld für euer Studium gewinnen müsst.

 

 

Generell sitzt Tanner selten allein in dem Auto in das er sich gerade hinein geshiftet hat. Da Tanner ja nur die Körper der Personen besetzt die den Wagen steuern, denken seine Beifahrer natürlich immer noch sie hätten es mit ihrem “Daddy“, dem Onkel, der Oma, der Tante oder sonst wem zu tun. Das führt dann meistens zu durchaus komischen Situationen, bei denen Tanner immer einen Spruch auf den Lippen hat der seine völlig perplexen Beifahrer mehr oder weniger beruhigen soll.

Generell hat Driver San Francisco eine sehr humorvolle Seite, die in den Dialogen zwischen Tanner und seinem Partner Jones stark zum Vorschein kommt. Meist handelt es sich dabei um sehr Klischee behaftete Cop Sprüche wie man sie aus Miami Vice und anderen Polizeiserien/Filmen kennt. Dadurch bekommt Driver San Francisco auch einen leichten Hauch von Sarkasmus verliehen, der sehr gut zu der Komatraumstory passt. In bestimmten Dialogen und vereinzelten Nebenmissionen bekommt der Spieler sogar eine ordentliche Portion Ironie aus Auge gedrückt.

 

„Wie steuert ich das Ding?“

Driver San Francisco ist ein reiner Arcade-Racer. Wer realistisch Fahrverhalten und TÜV geprüfte Schadensmodelle erwartet ist hier fehl am Platz. Schon nach wenigen Spielminuten merkt man, dass Driver San Francisco sehr großen Wert aufs Driften legt. Dabei ist es größten Teils egal ob ihr in einem leichten Sportflitzer oder in einem schweren Muscle Car sitzt, alle Fahrzeuge lassen sich relativ einfach und benutzerfreundlich steuern. Trotzdem fährt sich jedes Fahrzeug unterschiedlich. Sobald euer Blick beim shiften auf ein Auto fällt, erscheint eine kleine Anzeige die euch sagt, wie schnell das Auto ist, wie gut es sich zum Driften eignet und wie viel Schaden es bei einem Aufprall mit einem anderen Auto verursacht.

 

 

Um schnellere, stärkere und wendigere Fahrzeuge freizuschalten müsst ihr Willenspunkte sammeln und könnt diese dann in eurer Werkstatt gegen Autos eintauschen. Ihr bekommt Willenspunkte nach erfolgreichem Abschluss einer Mission oder indem ihr rasante Fahrmanöver ausführt. Letzteres bringt aber nur verhältnismäßig wenig Punkte auf euer Konto.

 

Fazit

Mit Driver San Francisco ist der Driver Serie ein erfolgreiches Comeback gelungen. Für Fans der Serie dürfte es genau das werden, was sie sich von den Vorgängern erhofft haben. Da die Steuerung per Maus und Tastatur besonders im Shiftmodus sehr haklig ist, empfehle ich PC Spielern ein Gamepad oder einen Xbox360 Controller zu verwenden. Grafisch weist die Welt von Driver San Francisco zwar einige Schwächen auf, aber wenn man mit 250 Sachen an einem Gebäude mit teilweise mittelmäßigen Texturen vorbei rast, fällt einem das nicht weiter schlimm auf. Die deutsche Synchro ist gelegentlich Asynchron zu den Lippenbewegungen der Charaktere. Aber dieser Fehler ist eher von unauffälliger Natur und sollte kaum einen Stören.

Im Großen und Ganzen macht Driver San Francisco aber nicht viel Falsch. Durch den Shiftmodus und der Komatraumstory kommt viel frischer Wind ins Spiel. Langweilig wird es daher nie. Die Steuerung ist benutzerfreundlich gehalten und Anfänger werden sich schnell zurechtfinden. Daher ist Driver San Francisco nicht nur den Fans der Serie zu empfehlen sondern jedem der sich an einem ideenreichen Rennspiel mit starkem Blick auf die Story erfreuen kann. Wer allerdings ein realitätsnahes Rennspiel sucht, ist hier falsch. Der Rest wirft hoffentlich mal nen Blick drauf, Leute es lohnt sich.

 

Jetzt bestellen: Driver: San Francisco

Tobias Paxian