Kennt ihr noch?: X2: Die Bedrohung

Posted on Aug 12 2011 - 9:56am by Tarnum

Wer träumt nicht davon einfach ein Raumschiff zu besteigen und sich damit in die unendlichen Weiten des Universums aufzumachen, sich eine Existenz zu erarbeiten und einen Ruf aufzubauen.

Diese Möglichkeit habt ihr in X2: Die Bedrohung. Im Februar 2004 wurde das Spiel aus dem Hause Egosoft veröffentlicht und stellt den Nachfolger von X: Beyond the Frontier dar. Ihr schlüpft in die Rolle von Julian Gardna, der wegen Schiffsdiebstahl zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Allerdings werdet ihr frühzeitig begnadigt und bekommt die Gelegenheit einige kleinere Aufträge für die TerraCorp, dem größten Konzern des X-Universums zu erledigen. Bald erfahrt ihr, dass ihr der Sohn von Kyle William Brennan seid, einem Piloten, der auf der Suche nach einem alten Raumschiff verschwand. Ehrensache, dass ihr euren Vater suchen und retten wollt und es dafür auch mit einer mysteriösen und äußerst aggressiven Spezies aufnehmt.

So viel zur Rahmenhandlung der Kampagne. Ob ihr diese spielt oder lieber durch das Universum fliegt, Handel treibt, Kopfgelder jagt, Schiffe plündert oder einen Konzern nie gekannter Größe aufbaut, bleibt euch überlassen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Das zeigt sich schon bei den verfügbaren Raumschiffen. Es gibt mehr als 60, die sich in verschiedene Klassen, wie leichter Jäger, Transporter oder Zerstörer unterteilen. Jede der 5 Spezies hat je ein Schiff pro klasse, dazu kommen noch die Schiffe der beiden feindlichen Rassen, die ihr allerdings nicht käuflich erwerben könnt. Sowieso muss ertsmal eine Menge Geld her , bevor ihr ein neues Schiff euer Eigen nennen dürft. Einen neuen Jäger kann man bereits für 150.000 Credits erstehen, wer sich mit einem Zerstörer schmücken möchte, muss dann schonmal 80 Millionen Credits hinblättern, Ausrüstung, wie Schilde und Waffensysteme noch nicht eingerechnet.

Doch wie kommt man an so viel Geld. Glücklicherweise bekommt ihr schon am Anfang des Spiels einen Transporter geschenkt, doch am effektivsten wirtschaftet es sich mit Fabriken. Ihr kauft ein Sonnenkraftwerk, platziert dieses in einem Sektor mit einer Sonne und verkauft die produzierten Energiezellen. Allerdings müsst ihr Kristalle ranschaffen, damit die Produktion überhaupt in Gang kommt. Das hört sich nach extrem aufwändiger logistischer Arbeit an, doch könnt ihr eure Schiffe auch vom Computer steuern lassen, mit einem entsprechenden Update treibt der sogar Handel und sucht sich selbstständig die besten Preise. In der Zeit könnt ihr also etwas anderes machen. Wir es dann allerdings angegriffen seht ihr alt aus. Doch bis ihr genug Geld für ein solches Unternehmen habt vergehen schon einige Stunden. Läuft die Produktion allerdings erstmal flüssig, wird es grandios. Die Wirtschaft basiert im übrigen auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Wollt ihr also Energiezellen in einem Sektor mit 5 Sonnenkraftwerken und nur einem Abnehmer verkaufen müsst ihr mit sehr niedrigen Preisen rechnen.

Für mich ein besonderes Highlight: Die Steuerung. Ihr könnt entweder selber per Tastatur und Maus oder mithilfe eines Joysticks fliegen. Für Schwierige Manöver kann euch der Autopilot unter die Arme greifen, was auch in 99% aller fälle klappt. Man kann auch ausschließlich über den Computer fliegen, ihr gebt ein Ziel ein, aktiviert den Autopilot und den „Singularitäts-Zeitverzerrungsantrieb“ (dieser beschleunigt das Spiel auf bis zu zehnfache Geschwindigkeit, verkürzt also lange Strecken) und lehnt euch zurück. Mit Computerupdates lernt euer Schiff immer mehr Befehle, sodass ihr im Späteren Spielverlauf bequem eine Flotte steuern könnt, das nötige Kleingeld vorausgesetzt. Dass diese Fülle von Befehlen natürlich auch relativ umständlich in der Bedienung sind, stört nach wenigen Spielstunden nicht mehr, man fliegt schließlich ein Raumschiff.

Kommen wir nun zu den Schattenseiten des Spiels. Zuerst bemerkt man eine gewisse Langatmigkeit. Da gerade am Anfang fehlt das Geld um erste größere Erfolge zu erringen, da sind schon einige Spielstunden nötig.Außerdem hat mich die schlechte Qualität der Videosequenzen gestört. Die sind nicht nur hässlich, sondern mitunter auch zu lang. Eine der großen Stärken des Spiels ist auch eine seiner kleineren Schwächen. Die Größe des Weltraums. Habt ihr eine Mission und vergessen einen wichtigen Gegenstand mitzunehmen, müsst ihr unter Umständen eine wirklich lange Strecke zurückfliegen. Doch das haben die Entwickler vorhergesehen und einen Sprungantrieb eingebaut, mit dem man mehrere Sektoren in wenigen Sekunden durchreisen kann.

Doch der normale Weg durchs All lohnt sich. Denn die Sektoren sind teilweise umwerfend schön gestaltet. Nebel, Planeten, Sonnen und Asteroiden verleihen jedem ein individuelles Aussehen. Hier kommt die Grafik voll zur Geltung. Auch die Schiffe und Stationen sehen schick aus und sind mit hübschen Details versehen. Aber natürlich kann man nach heutigen Maßstäben nur von groben Kanten und matschigen Texturen sprechen, doch finde ich, dass diese absolut nicht stören, weder im Gesamtbild noch im Spielfluss. Der Sound ist durchwachsen. Während die Hintergrundmusik meistens passt, sanfte beinahe sphärische Klänge beim Flug durch den Sektor und schnellere Musik während der Actionsequenzen, sind die Effekte teilweise eher mies. Eine explodierende Rakete hört sich an wie ein Silvester-Böller und auch die verschiedenen Energiewaffen klingen sehr ähnlich.

Fazit: X2 ist ein klasse Spiel. Freunde von Science-Fiction und Simulationen die sich für ein komplexes Spiel begeistern können, werden ihren Spaß haben. Wer nicht gleich durchsteigt kann auch im x-Lexikon stöbern. Hier sind über 1800 Artikel zu den 3 Spielen verfasst, was vom Anspruch der Reihe zeugt. Wer also 4,99€ übrig hat sollte durchaus mal zugreifen.

 

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Tobias Paxian