Kennt ihr noch?: Hitman: Blood Money

Posted on Aug 10 2011 - 4:41pm by Tarnum

Er wurde nur zu einem Zweck geschaffen: Der perfekte Killer zu sein. Das hat geklappt. Er ist der Albtraum der Ermittler, der Spezialeinheiten und seiner Opfer. Die Rede ist natürlich von Agent 47.

Am 26.5.2006 erschien der vierte Ableger der Hitman Reihe mit dem klangvollen Beinamen „Blood Money“. Wieder war es an euch in die Rolle des eiskalten Glatzkopfes zu schlüpfen und raffinierte Mordanschläge zu verüben. Moralische Bedenken zerstreuen die Entwickler so einfach wie stilvoll: Eure Opfer sind der absolute Abschaum der Gesellschaft, so schaltet ihr einen vatikanischen Diplomaten, der einen Kinderhändlerring leitet, aus, oder einen Schaich, der Giftgas kaufen will. Dafür reist ihr unter anderem nach Las Vegas, New Orleans und nach Washington DC ins Weiße Haus. Ihr erlebt eine filmreife Story, die sich um Verschwörungen, Machspiele und modernste Forschung dreht.

Wie immer gibt es reichlich Möglichkeiten ans Ziel zu kommen. Man kann sich einfach das Schnellfeuergewehr einpacken und vom Startpunkt der Mission eine Spur aus Leichen hinterlassen oder man kann sich eine Verkleidung besorgen, sich so Zutritt zu verbotenen Arealen verschaffen und dort eine Flasche Whiskey vergiften. Vorteil der letzteren Methode: Euer Bekanntheitsgrad steigt nicht. Hierbei handelt es sich um eine Neuerung im Spiel. Werdet ihr von Überwachungskameras gefilmt oder hinterlasst Zeugen, so können euch Sicherheitskräfte in der nächsten Mission schneller identifizieren. Doch könnt ihr auch euer sauer erarbeitetes Geld auch vor einer Mission dazu einsetzen Polizisten zu schmieren oder euch eine neue Identität zu besorgen, sodass die Bekanntheit auf null sinkt, sofern ihr das nötige Kleingeld habt. Das sollte allerdings kein Problem darstellen, denn Geldsorgen habt ihr definitiv nicht.

Das restliche Kapital wird dann in Upgrades für eure Waffen investiert. So wird aus der Silver-Baller, bekanntermaßen die Standartpistole von Agent 47 (es stehen außerdem eine M4, eine taktische Schrotflinte und eine MP5 zum aufrüsten bereit), nach einigen Missionen und Investitionen von mehreren hunderttausend Dollar ein Schießeisen mit Schalldämpfer, Laserpointer, Rotlichtvisier, panzerbrechender Munition und einer Magazinkapazität von 30 Schuss. Man könnte also theoretisch ohne einen Ton eine ganze Gruppe von Polizisten durch eine Tür über den Haufen ballern.

Doch was bringt euch diese „Stealth-Action“? Nichts! Geübte Spieler, auf leichteren Schwierigkeitsgraden auch weniger Geübte, schaffen die Missionen in der Regel ohne einen Schuss abzugeben. Kommt es zu einem Schusswechsel ist die gute Wertung am Ende meistens dahin. Nettes Feature: Nach Abschluss der Mission wird eure Statistik nochmal als Zeitungsartikel dargestellt, in dem ihr viele Informationen wiederfindet.

Der Schlüssel zum Erfolg ist das nutzen von Gelegenheiten. Diese wurden von den Entwicklern reichlich im Level- und Missionsdesign eingebaut. Ihr könnt also eine Zimmertür knacken,  durch ein Fenster einsteigen oder eine Verkleidung benutzen um euch reinzuschmuggeln. Solche Möglichkeiten gibt es zu jedem Ziel, müssen jedoch erstmal gefunden werden. Habt ihr das bewerkstelligt müsst ihr jedoch unter Umständen eine Wartezeit in Kauf nehmen, um die Gelegenheit zu nutzen. Sich zwei Minuten in einem Schrank zu verstecken ist wirklich eine Geduldsprobe und kann, wie bei mir schon des Öfteren passiert, zu unüberlegtem Handeln führen. Das Resultat daraus hat dann meistens eine Titelseite gefüllt.

Die KI agiert leider alles andere als natürlich. Die NPCs befinden sich in einer Endlosschleife und machen immer und immer wieder dasselbe. Was von außen unrealistisch wirkt ist für den Spieler unerlässlich. Müsste man auf einen Augenblick warten und würde dann im entscheidenden Moment nicht richtig handeln, wäre das Frustpotenzial enorm hoch. Andererseits finden sich auch nette Abwechslungen. So findet man beispielsweise einen Handwerker, der mit dem Nagelwerfer Ratten jagt. Fliegt eure Tarnung auf, folgt immer die gleiche Szenerie, Sicherheitskräfte kommen, ballern aus allen Rohren, das Feuergefecht schreckt noch mehr von ihnen auf und ihr habt ein Problem.

An eine halsbrecherische Flucht ist meistens nicht zu denken. Zwar ist die Levelgröße in keinster Weise beengend, doch den Wachen mühelos aus dem Weg gehen ist nicht drin, Raffinesse muss also her. Wie bereits erwähnt ist das Design der Maps sehr abwechslungsreich und für mich ein ganz klarer Höhepunkt des Spiels. Die Gebäude sind mit sehr vielen Details versehen und auch ganz subtile Andeutungen auf den Spielverlauf werden gemacht, so hört man in einem Haus einen Fernsehbericht über einen Politiker mit dem man im Verlauf des Spiels noch zu tun hat. Die Einrichtung des Hauses ist glaubwürdig und das kann man getrost von allen anderen Schauplätzen behaupten. Das man sich deren Eigenarten zunutze machen kann, ist ebenfalls eine Bereicherung. Welcher Partygast rechnet schon damit durch die Wartungsklappe eines Fahrstuhls erdrosselt zu werden?

Grafisch ist Hitman: Blood Money sicherlich nicht unbedingt eine Augenweide. Aber maximaler Kantenglättung kann sie sich noch sehen lassen. Obwohl ich normalerweise eine Schwäche für schöne Texturen und Makellose Details habe, kann ich rundheraus sagen, dass dieses Spiel auch mit einer mittelguten Grafik seine gesamte Atmosphäre rüberbringt. Mein Puls geht immer in die Höhe wenn ich grade den Bewusstlosen Wachmann, dessen Kleidung ich mir angeeignet habe,  in einer Kiste verstaue und in einem solchen Moment ist mir die Grafik wirklich nicht das Wichtigste. An dieser Stelle wieder der Verweis auf das Alter des Spiels. Fünf Jahre sind vor Allem in dieser Branche eine lange Zeit.  Beim Sound kann man allerdings auch heute nicht meckern. Die Musik ist abwechslungsreich, befindet man sich in einer kritischen Lage, spielt eine schnelle Melodie, ist man sich in Sicherheit sorgen ruhige Töne für die passende Atmosphäre. Auffällig ist jedoch, dass die Umgebungen teilweise sehr mystisch wirken, so verbringt man seine letzte Mission auf einer Mottoparty, die in Himmel und Hölle unterteilt ist, da fühlt man sich schon irgendwie komisch.

Fazit: Hitman rockt auch heute noch. Kleine Fehler in der Spielmechanik, eine teils doofe KI die wenig schöne Grafik, vor allem bei Menschen, trüben den Spielspaß meiner Meinung nach nicht. Ich habs für den Test nochmal rausgekramt und werde es garantiert noch eine Weile zocken. Meine Empfehlung: Kauft es euch und habt Spaß damit. Green Pepper hat das Game für markentypische 6,99€ im Angebot. PS: Wenn ihr das Spiel durchgespielt habt, drückt mal mehrfach hintereinander „s“ während der Abspann läuft…

 

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Hitman: Blood Money [Green Pepper]

Tobias Paxian

2 Comments so far. Feel free to join this conversation.

  1. Barbar_mit_Hut 11. August 2011 at 23:29 -

    Also eine Downloaden kannst du das Spiel sicherlich nicht, zumindest nicht legal. Hier gibt es allerdings eine Demo, die das komplette erste Level umfasst:
    http://www.chip.de/downloads/Demo-Hitman-Blood-Money_13013191.html

  2. yunusbloodmoney 11. August 2011 at 14:49 -

    also das spiel ist geil und ich such gerade im internet nach diesem spiel und schau das ich es kostenlos bekomme em ja wenn einer mir hilft dan wäre ich glüklich und dankbar bitte meldet euch

    Danke

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