Kennt ihr noch ?: The Elder Scrolls III – Morrowind

Posted on Aug 4 2011 - 5:53pm by Marc Surlemont

Kann sich noch jemand an Morrowind erinnern? Am 2. Mai 2002 erschien der Oblivion-Vorgänger für PC und machte die The Elder Scrolls Reihe zu dem was sie heute ist. Morrowind sprengte die Mauern des Machbaren und eröffnete dem Spieler eine in der Form noch nie dagewesene Welt.

Bethesda erbrachte mit Morrowind nicht nur einen Meilenstein der Videospielgeschichte, sondern legte auch gleich mal die Standards fest nach denen sich zukünftige Rollenspiele richten sollten. Und wenn ihr mich fragt, ist Morrowind immer noch das beste Rollenspiel aller Zeiten (jedenfalls bis zum 11.11.11).

 

Es lebe die First Person

Ein Rollenspiel in der Egoperspektive, dass auch noch Massenkompatibel ist, das hätte man vor Morrowind wohl kaum für möglich gehalten. Rollenspiele in der First Person gab es zwar vorher schon, aber keines was Technisch so hoch entwickelt war. Morrowind war 2002 wirklich die absolute Spitze des Eisbergs. Und ich wage zu behaupten ohne Morrowind wäre Oblivion niemals so bliebt geworden. Neben Gothic war Morrowind eines der ersten Rollenspiele in denen ein Echtzeit basierendes Kampsystem zum Einsatz kam. Alles was sich davor so nannte, waren eher die Versuche ein solches Kampsystem in ein Spiel zu integrieren.

Eine weitere Neuheit war der aktive Tag- und Nachtwechsel. Außer Gothic hat das zu dem Zeitpunkt kein anderes Spiel zu bieten gehabt. Die Tag- und Nachtwechsel liefen immer äußerst flüssig ab und der Tag- sowie der Nachthimmel waren ein echter Hingucker. Apropos flüssig, der aktive Wetterwechsel in Morrowind war ebenfalls ein echter Hingucker. In gleichmäßigen Abständen brachten die Wolkenbrüche die Framerate zum einstürzen, was daran lag das die Hardware Anforderung des Spiels bei Regen nochmal ein Stück in die Höhe schossen und den damaligen PCs wirklich alles abverlangten.

Die Grafik haute jeden um

Technisch war Morrowind damals wirklich nicht zu übertreffen. Die Grafik sah einfach klasse aus und die Engine bot dem Spieler viele Möglichkeiten. Viele Möglichkeiten, darum drehte sich schon damals alles im dritten Teil der the Elder Scrolls Reihe. Es fing schon damit an das der eigene Character nach eigenen Wünschen zu gestalten war. Rasse, Herkunft, Characterklasse und Fähigkeiten hatten eine große Auswirkung auf den späteren Spielverlauf. Es gab eine Katzenrasse namens Khajit, die sich hervorragend für Dolche schwingenden, rumschleichenden Diebe eignete. Dann gab es noch eine Echsengattung namens Argoner, welche die Fähigkeit zur Unterwasseratmung hatten. Und und und… Es gab praktisch für jede Spielweise die passende Rasse. Sogar für Mischklassen die man samt ihrer Skillung selbst erstellen konnte, gab es die richtige Rasse. Welche Rasse der Spieler schlussendlich nahm, hatte Auswirkungen darauf wie die NPC-Charactere auf ihn reagieren würden. Das wirkte sich dann darauf aus wie Beliebt man bei den Händlern war und welche Preise einem gemacht wurden. Eine Kleinigkeit die mir besonders gut in Erinnerung geblieben ist, sind die Sterneziechen die der Spieler für seinen Character auswählen konnte. Unter welchem Stern der Character geboren worden war hatte Auswirkung auf die Grundtalente des Spielers. Aber das wirklich Interessante daran ist, dass die Sternzeichen auch im Nachthimmel zu erkennen waren.

Eine Waffe für jeden Mord

An Waffen und Rüstungen mangelte es in Morrowind keineswegs. Es gab Schwerter, Äxte, Dolche, Speere, Bögen, und Streitkolben, die in verschiedene Waffengattungen aufgeteilt waren. Neben den Stich- und Stoßwaffen gab es natürlich auch allerhand Zauber, von denen einige simple Angriffszauber waren, andere aber zum Öffnen von Schlössern oder zur Erweiterung der eigenen Fähigkeiten dienten. Den Umgang mit der Waffe seiner Wahl und die Stärke der verwendeten Zauber, skillte der Spieler durch das benutzen eben dieser. Dadurch musste der Spieler nach der Erstellung seines Charcters keine großen Maßnahmen zu seiner  Weiterentwicklung ergreifen. So wie man Spielte so skillte man seinen Character auch. Dieses System findet sich auch in den Nachfolgern von Morrowind wieder. Um sich vor der Teilweise sehr gefräßigen Fauna und Flora Morrowinds schützen zu können, wurde dem Spieler eine reichhaltige Auswahl an Rüstungen geboten. Das tolle in Morrowind war, dass die Rüstungsteile auf verschiedene Bereiche des Körpers verteilt waren. So konnte man zum Beispiel einen öden Brustpanzer aus Eisen mit einer schicken Schulterplatte aus Chitin aufgemöbelt werden. Die Rüstungen waren ebenfalls in verschiedene Klassen aufgeteilt. Deswegen war es Ratsam sich auf eine Rüstungsklasse zu Spezialisieren. Flinke Character die mit Pfeil und Bogen kämpften waren besser für leichte bewegliche Rüstungen geeignet, wohingegen starke  Krieger nicht ausweichen mussten sondern jeglichen Schaden an ihren schweren Panzern abprallen ließen.

Lost auf Morrowind

Der Schauplatz von The Elder Scrolls III war die namensgebende Insel Morrowind. Zu Beginn des Spiels wird der Spieler als Gefangener per Schiff auf die Insel Morrowind verfrachtet und muss von da an durch ein unglaublich Farbenfrohes und Fantasievoll gestaltetes Rollenspielabenteuer kämpfen. Dabei steckt Morrowind abseits der Hauptquests voller Überraschungen und kleinen Ideen bei denen man erst merkt wie viel Herzblut die Entwickler in das Spiel fließen lassen haben. Die verschiedenen Städte und Gebiete auf der Insel boten so viel Abwechslung wie in sonst keinem anderen Spiel. Von Vulkan-, über Sumpf-, bis hin zu Wüstengebieten hatte Morrowind wirklich eine Vielzahl an Landschaftsabschnitten zu bieten die meiner Meinung nach, bis heute ihres Gleichen sucht.

Mein liebstes Erlebnis in Morrowind, war als ein Mann einfach so vom Himmel viel und Brutal auf dem Boden aufschlug. Was daran so toll ist? Der Typ hat einen Supersprungzauber kreiert der einen mit nur einem einzigen Sprung mehrere hundert Meter weit bringen konnte. Das Problem bei der ganzen Sache war nur, dass man dabei auch ziemlich Hoch geschleudert wurde und der Erfinder leider vergessen hat die Landungsgeschwindigkeit zu berücksichtigen. Deshalb bin ich beim ersten Selbstversuch erst einmal schön am Boden zerschellt. (Der Trick war: Man musste auf Wasser landen, dann war der Sprung ungefährlich.)

Auch damals gab es schon ein Schnellreisesystem, aber anderes als bei Oblivion konnte man das Ziel nicht bequem anklicken, sondern musste praktisch den Bus nehmen. Auf der Insel lebte eine riesige Insektenart, die Schlickschreiter. Eben diese Schlickschreiter konnte man dann, gegen ein paar Draken (die Währung in Morrowind) als sicheres Fortbewegungsmittel nutzen um schnell von A nach B zu kommen. Und im Gegensatz zur Bahn waren die Schlickschreiter immer pünktlich.

Vom Wolf gebissen und im Schlaf erstochen

Ein Jahr nach dem Release von Morrowind erschienen die beiden Addons, Das Tribunal und Bloodmoon. Durch Das Tribunal wurde dem Hauptspiel eine Gilde hinzugefügt, die den Spieler gerne mal im Schlaf aufsuchte um Mordanschläge auf sein Leben zu verüben. Und Natürlich kamen auch ein paar neue Waffen und Rüstungen dazu. Aber das meiner Meinung nach eindrucksvollere Addon von beiden ist Bloodmoon, bei dem der Spieler, sich nachts in einen Werwolf verwandeln oder mit Vampirismus infiziert werden konnte.

Fazit

Für mich ist Morrowind auch heute noch ein Fantastisches Spiel. Warum erklärt sich durch die wunderschöne Aufmachung des Spiels, das zeitlose Setting und durch die Tatsache das mir bis heute kein anderes Spiel so viel Abwechslung bieten konnte wie Morrowind.

 

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Tobias Paxian