Kriegsschauplatz Pazifik – Geschichtsstunde am PC

Posted on Aug 4 2011 - 2:59pm by Tarnum

Die Weltwirtschaftskrise von 1929 hatte auch Japan schwer getroffen. Als Ausweg sahen führende japanische Politiker und Militärs die Intensivierung kolonialer Bestrebungen. Da Korea und Taiwan bereits in das japanische Kolonialreich eingegliedert worden waren, richteten die Japaner ihr Interesse auf die Mandschurei und besetzten diese.

Mit der Invasion der Japaner in China begann der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg, der im Verlauf den gesamten Pazifikraum erfasste. Als konkreter Auslöser für den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg gilt allgemein der Zwischenfall an der südwestlich von Peking gelegenen Marco-Polo-Brücke. Am 7. Juli 1937 kam es hier zu einem Feuergefecht zwischen japanischen und chinesischen Soldaten. Ob der Vorfall von Japan provoziert wurde, gilt als umstritten. Die Japaner rechneten ’37 mit einem schnellen Sieg. Tatsächlich endete diese kriegerische Auseinandersetzung erst am 9. September 1945 mit der Kapitulation der japanischen Einheiten in China. Die Nation Japan hatte bereits am 14. August 1945 kapituliert.

Blieben die USA anfänglich neutral, schlug die öffentliche Stimmung nach Berichten über japanische Kriegsverbrechen wie dem Massaker von Nanking und der Versenkung des US-amerikanischen Kanonenbootes USS Panay durch japanische Kampfflugzeuge, um. Als Folge verhängte die US-Regierung ein Stahl- und Öl-Embargo über Japan, was diese daran hinderte, ihre Aktionen in China fortzuführen. Reaktion Japans auf das Embargo war der Überfall auf Pearl Harbor, der Angriff der Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte auf die in Pearl Harbor auf Hawaii vor Anker liegende Pazifikflotte der Vereinigten Staaten am 7. Dezember 1941. Dieser Angriff wird als entscheidender Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg gewertet, da er den Auslöser für den Kriegseintritt der USA markiert.

Nach diesem Angriff erklärten China und die USA Japan offiziell den Krieg. Dieser weitete sich nun auf den ganzen pazifischen Raum aus, da Japan gezwungen war, auch auf anderen Kriegsschauplätzen zur Sicherung von Rohstoffquellen zu kämpfen. Am 8. August 1945 erklärte die Sowjetunion Japan den Krieg und marschierte mit über einer Million Soldaten in der Mandschurei ein. Im Sommer 1945 gingen die Kriegsparteien davon aus, dass sich der Krieg noch mindestens ein Jahr hinziehen würde, bis die USA ihn durch den Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki schlagartig beendete. Am 2. September 1945 wurde auf dem US-Schlachtschiff Missouri in der Sagami-Bucht der Pazifikkrieg und damit auch der Zweite Weltkrieg mit der Unterzeichnung der japanischen Kapitulationsurkunde offiziell beendet. Er war der einzige Krieg, in dem sowohl atomare – von den USA in Japan – als auch biologische und chemische Waffen – beide hauptsächlich von Japan in China – eingesetzt wurden.

Der jüngst erschienene PC-Strategietitel Storm over the Pacific versetzt Spieler mitten hinein in diesen blutigen Pazifikkrieg der Jahre 1937 bis 1945. In der rundenbasierten Echtzeitstrategie übernehmen virtuelle Feldherren die Rolle des Anführers eines unabhängigen Landes oder Länderbündnisses und nehmen Einfluss auf das Kriegsgeschehen im Pazifikraum. Ob zu Wasser, am Boden oder in der Luft – nur geschicktes Planen der militärischen Aktionen gepaart mit dem Aushandeln diplomatischer Abkommen führt zum Ziel. Zur Wahl stehen die drei Hauptbündnisse des Zweiten Weltkriegs: Die Achsenmächte, die Alliierten und die Komintern. Gekämpft wird auf einer sechseckigen Karte, mit Einheiten, die von Kompanien/Bataillonen bis hin zu Divisionen/Korps reichen. Eine Runde steht stellvertretend für einen Tag oder eine ganze Woche. Für 29,99 Euro ist das Rundenstrategie-Epos im Handel erhältlich.

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Tobias Paxian

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