Enslaved: Odyssey to the West – Action Abenteuer Game für PS3 und Xbox 360 im Test

Posted on Jul 26 2011 - 10:55am by Tarnum

Ein großes Abenteuer braucht einen mutigen Helden und wenn dabei die Menschheit in Gefahr ist, dann braucht man auch mal zwei. Hat man dabei noch die Jungs und Mädels von Ninja Theory als Strippenzieher dahinter, kann man sich auf eine Reise in eine fabelhafte Spielwelt freuen. Willkommen bei Enslaved: Odyssey to the West!

Im Jahre 2006 erschien das erste Werk aus dem Hause Ninja Theory namens Heavenly Sword. Dieses Playstation 3 Exklusive Action Adventure zeichnete sich durch eine malerische Welt und seinen glaubwürdig gestalteten Charakteren aus. Und auch in Enslaved: Odyssey to the West versuchen die Japaner, die Figuren, mit all ihrem Leid und Schicksal, in den Vordergrund zu stellen.

In Zusammenarbeit mit Andy Serkis, bekannt durch seine Oscarreife Vorstellung des Gollum aus der Herr der Ringe Trilogie, gestalteten die Entwickler den Muskulösen, fast schon animalischen Monkey, den ihr im gesamten Spiel über steuert. Dieser findet sich zu Beginn des Abenteuers auf einem Sklavenschiff wieder, wo er die zierliche Computer-Expertin Trip trifft, die allerdings das gesamte Luftschiff zum Absturz bringt. Ihr könnt euch gerade noch retten, doch euer Glück hält nicht von langer Dauer, denn Trip hat mit euch noch etwas anderes vor.

Sie legt dem Muskelprotz eine Art Kopfkrone an, die allerdings nicht dazu geeignet ist, den König zu mimen. Mit ihr wird sichergestellt, dass ihr allen Anweisungen von Trip gehorcht, damit ihr sie durch die gefährlichen Straßen der apokalyptischen Welt bis nach Hause begleitet. Die Krone abnehmen? Funktioniert nicht. Trip wehtun? Das würde schlecht für eure Gesundheit sein. Eine Zwickmühle. Von Sklavenhändlern in die Arme einer Sklavenherrin.

In dieser misslichen Lage ist Monkey gezwungen die hübsche Rothaarige zu begleiten. Mit einer Art elektrischer Stab muss Monkey dafür sorgen, dass die mechanischen Bewohner der Welt der zierlichen Frau kein Haar krümmen. Mit leichten und harten Schlägen kann Monkey seine Gegner attackieren, sie bei gedrückter Schlagtaste für einen kurzen Moment schocken, sodass sie sich nicht mehr bewegen können oder mit einer Wirbelattacke mehrere Feinde in Visier nehmen. Reiht sich also zum guten Standard in dem Genre ein.

Die Kämpfe laufen Leicht von der Hand, sind allerdings nach einiger Zeit etwas eintönig, da man vergeblich nach neuen Kampfmoves ausschau hält. Zwar könnt ihr durch sammeln kleiner orangener Energiepunkte, Trip dazu nutzen, seine Fähigkeiten wie zum Beispiel, den Stab oder seine Gesundheit, zu verbessern, dennoch sind die Gegnertypen nicht vielschichtig genug. Mit der Zeit habt ihr den Dreh mit den Robotern raus und erledigt einen nach dem anderem. Lediglich die groß inszenierten Bossgegner sind eine Herausforderung und bedürfen taktische Überlegung.

Eine weitere Besonderheit sind, wie man es sich nicht anders vorstellen konnte, Monkey’s akrobatische Kletterfähigkeiten, die man als Spieler in vielen Situationen verwenden sollte. In waghalsigen Höhen springt man per Knopfdruck von Plattform zu Plattform, hangelt sich an Rohre und Ventile und steuert dabei Monkey mit toll eingeführten Kamerafahrten über gefährliche Abgründe. Dabei sieht das Klettern spektakulär aus, wenn um einem Herum das Geschehen weitergeführt wird und erinnert an Naughty Dogs „Uncharted“. Allerdings wird einem schnell klar, dass man als Athlet nicht unbedingt in Bedrängnis ist, denn es ist schier unmöglich mal den Absprung zu verpassen. Das Spiel greift euch dabei unter die Arme und hilft euch bei jedem gefährlichem Sprung, um den Spieler nicht zu frustrieren.

All diese Hürden sind für den starken Helden keine Bedrohung, anders sieht das für die zierliche Trip aus. Monkey muss ihr in all den Gefahren zur Seite stehen und sie zum Beispiel durch einen Pfad voller automatischer Roboter-Geschütze lotsen. Dabei kann die Technik-Expertin einem mit ihren Fähigkeiten zur Seite stehen und elektronische Türen öffnen, die gegnerische Position ausspionieren oder die Roboter für kurze Zeit ganz lahm legen. Solche Aufgaben machen Spaß und geben einen das Gefühl, nicht nur für das eigene Leben zu sorgen. Das wird allerdings durch ein Element getragen, dass zu einer der größten Stärken des Spiels zählen.

Mit aufwendigen Zwischensequenzen und einer sehr authentischen Gesichtsmimik wird einem die Beziehung der beiden Helden nähergebracht.  Was anfangs noch relativ Gewöhnlich aussieht, und zwar die Geschichte von einer Reise mit einem muskulösem Mann und einer hübschen, verzweifelten Frau, wendet sich zu einer subtilen Liebesgeschichte.

Ohne das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren, sendet das Spiel in lauter kleiner, schön geschriebener Dialogen klare Hinweise aus. Diese beiden Personen, die übrigens den Großteil des Abenteuers alleine bleiben, finden sich mit jedem Blick, mit jeder Berührung anziehend. Dabei wird nicht mit plumpen Erzählungen oder Andeutungen diese scheinbare Beziehung angegangen. Die Charaktere werden einem mit leichten Anstieg nähergebracht, sodass man als Spieler mehr und mehr in die Umgebung und in die Situation rein findet. Dabei ist der Stil der apokalyptischen Welt, die durch einen großen Weltkrieg Menschenleer zu sein scheint, eine eher durch Technik verstreute Location. Zwar zieren wundervolle, kräftige Farben das Bild und es man trifft auf seiner Reise malerische Orte, doch liegt die Zerstörung der Welt nicht nur durch die gefährlichen Roboter bedrückend in der Luft.

 

Fazit:

Wenn man den geringen Schwierigkeitsgrad außer Acht lässt und sich mit der eher einfachen Spielmechanik abfindet, der kann sich auf eine epochale Reise mit zwei wunderbaren Helden gefasst machen. Mit viel Liebe zum Detail wurden auf die Bedürfnisse und Vielschichtigkeit von Monkey und Trip geachtet und stehen hier voll im Mittelpunkt, ohne dabei Aufgesetzt zu wirken. Wer Spiele wie Uncharted oder auch Ninja Theory’s erstes Werk Heavenly Sword gut fand wird hier seinen Spaß finden. Enslaved: Odyssey to the West entführt einem durch eine zerstörte Welt, die allerdings noch voller Leben steckt.

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Tobias Paxian

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